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Spiegel (Laser-Spiegel für Strahlführung & Resonator)

Laser-Spiegel lenken, formen oder schließen den Strahl. Bei CO₂ besonders wichtig: Material, Beschichtung, Einbau, Reinigung – sonst Leistungsverlust & Gefahr.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was machen Laser-Spiegel – in einfach?

Spiegel lenken den Laserstrahl um, teilen ihn auf oder schließen ihn in einem Resonator ein. Ohne Spiegel gäbe es bei vielen Lasern keinen definierten Strahlweg. Bei CO₂-Gantry-Lasern (Portalmaschinen) bringen drei Umleitspiegel den Strahl von der Röhre bis zur Fokussierlinse am Kopf. Bei Galvo-Systemen schwenken zwei sehr leichte Spiegel blitzschnell, um zu gravieren.

Wichtig: Laser-Spiegel sind Spezialoptiken – sie sind für eine Wellenlänge (z. B. 10,6 µm bei CO₂ oder 1064 nm bei Faser) und oft für einen bestimmten Einfallswinkel optimiert.

Die zwei Einsatzorte von Spiegeln

Spiegelmaterialien & Beschichtungen (besonders CO₂)

Material Typische Nutzung Eigenschaften Vor-/Nachteile
Gold-beschichtetes Silizium (Si/Au) CO₂-Strahlführung, Galvo R>98–99% @10,6 µm, leicht, glatt Sehr gute Effizienz; Oberfläche empfindlich → vorsichtig reinigen
Molybdän (Mo, unbeschichtet) CO₂-Strahlführung in rauer Umgebung R≈97–98% @10,6 µm, sehr robust Unempfindlich gegen Kratzer/Schmutz, aber etwas geringere Effizienz → mehr Erwärmung
Kupfer (Cu) vergoldet Hochleistung, gute Wärmeableitung Hohe Leitfähigkeit, R sehr hoch Top-Leistung, aber oxidations- & pflegekritisch; meist mit Schutzschicht
Dielektrische Spiegel Resonator (HR/OC), Galvo (1064/355 nm) Mehrschichtsystem, sehr hohe R, AOI-/Polarisation-optimiert Extrem reflektiv, thermisch stabil; aber wellenlängen- & winkelkritisch

Merke: Für CO₂ (10,6 µm) sind Si/Au und Mo gängig. Für Faser (1064 nm) & UV (355 nm) kommen dielektrische Galvo-Spiegel zum Einsatz, angepasst an Wellenlänge und Einfallswinkel.

Arten von Spiegeln nach Aufgabe

Wellenlänge, Einfallswinkel & Polarisation – warum das zählt

Spiegel werden für eine Wellenlänge und oft für einen festen Einfallswinkel (AOI, z. B. 45°) optimiert. Bei dielektrischen Spiegeln spielt zusätzlich die Polarisation (s- oder p-polarisiert) eine Rolle – die Reflektivität kann sich deutlich unterscheiden.

Praxis: Bei CO₂-Gantry sind AOI≈45°-Spiegel Standard. Bei Galvo-Spiegeln gibt der Hersteller die beschichtete Wellenlänge (1064/532/355/10,6 µm) und den Arbeitswinkelbereich an.

CO₂-Gantry: der klassische 3-Spiegel-Strahlweg

  1. Spiegel 1: an der Röhre, richtet den Strahl grob in X-Richtung.
  2. Spiegel 2: am beweglichen Schlitten (X-Achse), lenkt in Y-Richtung.
  3. Spiegel 3: im Laserkopf (Y-Achse), lenkt in die Fokussierlinse (ZnSe) – darunter die Schutzlinse.

Alle drei müssen exakt fluchten. Schon kleine Abweichungen führen zu Leistungsverlust, schiefen Schnitten oder Hotspots auf Linsen/Spiegeln.

Galvo-Spiegel (Faser/UV/CO₂-Scan): was ist anders?

Ausrichtung (Alignment) – Schritt für Schritt für Laien

  1. Schutz & Vorbereitung: Maschine stromlos, Laserschutzbrille passend zur Wellenlänge, Testkarton in den Strahlweg (statt Werkstück).
  2. Spiegel nacheinander justieren: Von der Quelle zum Kopf arbeiten. Jede Spiegelhalterung hat meist 2–3 Justierschrauben (Kipp/Neigung).
  3. Puls-Test (sehr kurze, schwache Impulse): Punkt auf Karton prüfen, in allen Eckpositionen wiederholen. Ziel: Punkt bleibt an gleicher Stelle (Fokus erreichen).
  4. Feinabgleich: Kleine Viertelumdrehungen an der Halterung; nach jedem Schritt prüfen.
  5. Sicherung: Schrauben leicht kontern, Vibrationstest, Probeschnitt auf Abweichungen.

Tipp: Viele nutzen Zielkarten/Spiegel-Aufkleber und eine niedrige Leistung. Niemals dauerhaft „auf einen Punkt feuern“ – Brandgefahr/Optikschaden!

Reinigung & Pflege – so geht’s richtig

Häufige Fehler & Schäden (und wie man sie vermeidet)

Sicherheit: Spiegel sind kein Spielzeug

Auswahlhilfe (Checkliste)

Kurz zusammengefasst

Laser-Spiegel sind zentrale Bauteile: Sie lenken den Strahl sicher zum Werkstück (Gantry/Galvo) oder bilden den Resonator. Bei CO₂-Systemen sind Si/Au für hohe Effizienz und Mo für Robustheit üblich. Die richtige Wellenlänge, AOI, Polarisation und eine saubere Ausrichtung & Pflege entscheiden über Leistung, Qualität und Sicherheit. Saubere Spiegel = stabile Ergebnisse und lange Lebensdauer der Optiken.

Quellen

  1. Thorlabs – Mirror Basics & Coatings
  2. Edmund Optics – Laser Line Mirrors
  3. RP Photonics – Laser Mirrors (HR/OC, AOI, Polarisation)
  4. Trotec – Grundlagen Laseroptik (DE)
  5. SCANLAB – Galvo-Spiegel & Beschichtungen