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Galvoscanner / Galvo-Kopf

Ein Galvoscanner lenkt den Laserstrahl mit zwei schnellen Spiegeln (X/Y). So entstehen extrem schnelle, präzise Gravuren ohne das Werkstück zu bewegen.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist ein Galvoscanner?

Ein Galvoscanner (auch Galvo-Kopf oder Scankopf) ist ein kompaktes Modul, das einen Laserstrahl mit zwei sehr schnellen Spiegeln über eine Fläche lenkt: einer bewegt die X-Richtung, der andere die Y-Richtung. Das Werkstück bleibt liegen – nur der Strahl „flitzt“ über die Oberfläche. Ergebnis: sehr schnelle Gravuren und Markierungen mit hoher Wiederholgenauigkeit.

Woraus besteht ein Galvo-Kopf?

Wie funktioniert das (einfach erklärt)?

  1. Der Laser kommt (meist schon kollimiert) in den Scankopf.
  2. Der X-Spiegel lenkt den Strahl nach links/rechts, der Y-Spiegel nach vorne/hinten.
  3. Durch die Winkeländerung entsteht hinter dem F-Theta-Objektiv ein beliebiger Punkt innerhalb des Markierfeldes.
  4. Die Steuerung „zeichnet“ Linien, Kurven, Schraffuren, indem sie die Spiegel kontinuierlich bewegt und den Laser passend moduliert (ein/aus, Leistung, Frequenz).

Da keine Achsenmassen bewegt werden, sind Beschleunigungen und Geschwindigkeiten möglich, die eine Portalmaschine nicht erreicht.

F-Theta-Objektiv – warum ist das wichtig?

Ohne Korrektur würde ein konstanter Spiegelwinkel keinen konstanten Weg auf der Ebene erzeugen und der Fokus würde zum Rand hin wandern. Ein F-Theta-Objektiv (auch Scanobjektiv) kompensiert das: Der abgelenkte Strahl wird so abgebildet, dass Abstand auf dem Werkstück ≈ f · θ (linear zum Winkel) bleibt und der Fokus über das Feld weitgehend konstant ist.

Verschiedene Brennweiten (z. B. F100/F160/F210/F254) bieten unterschiedliche Feldgrößen: kürzere Brennweite ⇒ kleinerer Spot, kleineres Feld; längere ⇒ größeres Feld, größerer Spot.

Markierfeld & Auflösung

Merke: Größeres Feld und kleiner Spot gleichzeitig geht nur begrenzt – man wählt einen Kompromiss (passende F-Theta-Linse).

Geschwindigkeit, Dynamik & „Delays“

Galvos sind extrem schnell, aber sie sind Massen-Feder-Dämpfer-Systeme. Deshalb brauchen sie clevere Parameter:

Gute Einstellungen sind entscheidend für Kontrast, Kanten und Rundheit kleiner Details.

Typische Prozesse mit Galvo

Galvo vs. Portal (Flachbett) – Vor- & Nachteile

Galvo Portal (z. B. CO₂-Flachbett)
Tempo Extrem schnell (keine Massenbewegung) Langsamer (Gantry bewegt sich)
Feld/Format Begrenzt (z. B. 110×110 mm) Große Arbeitsflächen möglich
Detail Sehr fein (kleiner Spot, 1 µm-Bereich möglich) Gut, aber meist größerer Spot
Materialien Ideal für Metalle (1 µm-Laser) Ideal für Holz/Acryl (10,6 µm)
Schneiden Metallschnitt nur mit Hochleistung, kleinflächig Organik/Acryl komfortabel schneidbar

Kalibrierung & Feldkorrektur (wichtig!)

Damit Kreise als Kreise und Quadrate als Quadrate erscheinen, braucht der Scankopf eine Feldkalibrierung:

Software wie EZCAD oder LightBurn (Galvo) bietet Kalibrier-Routinen mit Testgittern. Einmal sauber kalibriert, stimmen Maße und Rundheit.

Parameter-Tipps für Einsteiger

Sicherheit

Häufige Probleme & schnelle Lösungen

Kurz zusammengefasst

Der Galvoscanner lenkt den Laserstrahl mit zwei ultraschnellen Spiegeln über die Fläche. Zusammen mit einem F-Theta-Objektiv entstehen präzise, sehr schnelle Gravuren/Markierungen – ideal für Metalle und Serienarbeit. Feldgröße, Spot, Delays und saubere Kalibrierung entscheiden über Qualität. Sicherheit (Schutzbrille, Einhausung, Absaugung) bleibt Pflicht.

Quellen

  1. SCANLAB – Scan-Systeme & Funktionsprinzip (deutsch)
  2. Trotec – Galvo-Laser: Anwendungen & Vorteile (deutsch)
  3. TRUMPF – Markierlaser & Galvo-Prinzip (deutsch)
  4. Edmund Optics – Einführung in Scanning-Galvanometer (engl.)
  5. Cambridge Technology – Galvo Basics & Application Notes (engl.)