Lasertechnik

CO2-Laser

Ein CO2-Laser ist ein Gaslaser, der Infrarotlicht (10,6 µm) erzeugt und Materialien wie Holz, Acryl oder Leder präzise schneiden und gravieren kann.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist ein CO2-Laser?

Ein CO2-Laser ist ein Gaslaser. In einer Glas- oder Metallröhre befindet sich ein Gasgemisch aus Kohlendioxid (CO₂), Stickstoff (N₂) und Helium (He). Wird Energie zugeführt, entsteht Infrarot-Laserlicht mit typischer Wellenlänge 10,6 µm. Dieses Licht ist unsichtbar für das menschliche Auge und eignet sich sehr gut zum Schneiden, Gravieren und Markieren vieler nichtmetallischer Materialien.[1]

Wie funktioniert er – in einfachen Worten

Durch das Gasgemisch fließt Strom oder es wird per Hochfrequenz (RF) angeregt. Die Gasatome geben dabei Lichtteilchen (Photonen) ab. Zwei Spiegel bilden einen Resonator: Das Licht läuft hin und her, wird verstärkt und verlässt die Röhre durch ein teilweise durchlässiges Fenster als gebündelter Strahl. Danach führen Spiegel und CO2-Linsen den Strahl zum Werkstück und bündeln ihn auf einen winzigen Punkt.[1]

Wellenlänge & Materialwirkung

Die Wellenlänge von 10,6 µm wird von organischen Materialien (z. B. Holz, Papier, Leder, Gummi) und Kunststoffen sehr gut absorbiert. Darum lassen sie sich mit CO2-Lasern sauber schneiden und fein gravieren. Glas und viele Metalle reflektieren diese Wellenlänge stark; Metalle werden mit CO2-Lasern meist nur markiert (z. B. mit Beschichtungen) oder erfordern sehr hohe Leistungen. Es gibt auch CO2-Laser mit 9,3 µm für spezielle Kunststoffe (z. B. PET), die sich damit besonders gut bearbeiten lassen.[3]

Typische Anwendungen

Im Hobbybereich sind CO2-Laser in Flachbett-Portalen beliebt, in der Industrie auch als Galvo-Systeme mit F-Theta-Linse für sehr hohe Geschwindigkeit.[2]

Aufbau & wichtige Bauteile

Der Fokusabstand (Brennweite) und eine saubere Optik sind entscheidend für Qualität und Leistung.[5]

Betriebsarten: Dauerstrich & gepulst

CO2-Laser können im Dauerstrich (kontinuierlich, „CW“) oder gepulst arbeiten. Gepulst bedeutet: sehr schnelle Ein-/Ausschaltvorgänge für präzise Wärmeeinbringung. RF-angeregte Quellen sind für schnelles Modulieren bekannt, was feine Gravuren erleichtern kann. Für Einsteiger genügt: Mehr Leistung + guter Fokus = schneller Schnitt; kurze Pulse = kontrollierte Gravur.[2]

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Ob CO2 oder Faserlaser besser passt, hängt stark vom Material und der Aufgabe ab.[4]

Auswahl: Welche Leistung & welche Linse?

Teste Material, Optik und Parameter zusammen – kleine Änderungen am Fokus bewirken oft große Qualitätsunterschiede.[5]

Pflege & Wartung (einfach, aber regelmäßig)

Gute Pflege erhöht Lebensdauer und Bearbeitungsqualität deutlich.[6]

Sicherheit – das Wichtigste zuerst

Sicherheitshinweise des Herstellers immer befolgen.[4]

Unterschied zu anderen Lasertypen

Faserlaser (ca. 1,06 µm) eignen sich besonders für Metalle; Kunststoffe absorbieren dort oft schlechter. Diodenlaser sind kompakt und günstig, arbeiten meist bei sichtbaren/nahen IR-Wellenlängen, haben aber andere Stärken/Schwächen. Der CO2-Laser ist die erste Wahl für viele organische Materialien und Acryl.[4]

Quellen

  1. Wikipedia – CO2-Laser
  2. Synrad – Laser Fundamentals (CO2-Grundlagen)
  3. Universal Laser Systems – Materialwissen & Absorption
  4. Trotec – Laserwissen (CO2 vs. Faser, Anwendungen, Sicherheit)
  5. Edmund Optics – CO2-Laseroptiken & Fokus
  6. Coherent – What is a CO2 Laser? (Grundlagen & Praxis)