Grundlagen

Modulation / Frequenz

Modulation und Frequenz bestimmen, wie oft und wie stark ein Laser pulst – entscheidend für Gravur, Tiefe, Oberfläche und Effizienz.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was bedeutet Modulation?

Modulation bedeutet, dass die Laserleistung verändert oder ein- und ausgeschaltet wird – anstatt dauerhaft konstant zu leuchten. Dadurch entstehen Pulse oder Leistungsänderungen im Strahl.

Im Gegensatz dazu sendet ein Dauerlaser (CW – Continuous Wave) durchgehend Licht. Ein modulierter Laser erzeugt einzelne Lichtblitze mit sehr hoher Leistung. Diese Technik ist entscheidend für Gravuren, Tiefenbearbeitung und Materialschonung.[1]

Was ist Frequenz beim Laser?

Die Frequenz (meist in kHz angegeben) beschreibt, wie oft pro Sekunde der Laser pulst. Ein Laser mit 50 kHz erzeugt also 50.000 Pulse pro Sekunde.

Je höher die Frequenz, desto öfter werden Pulse abgegeben – aber jeder einzelne Puls enthält dann weniger Energie (bei gleicher Gesamtleistung).[2]

Formel (vereinfacht):

Durchschnittsleistung (W) = Pulsenergie (J) × Frequenz (Hz)

Wenn man also die Frequenz verdoppelt, halbiert sich die Pulsenergie (bei gleichbleibender Leistung).

Warum wird moduliert?

Arten der Modulation

Frequenzbereiche typischer Laser

Lasertyp Typische Frequenz Anmerkung
CO2-Laser (RF-angeregt) bis ca. 100 kHz Leistung variiert über Pulsdichte; bei Hobbygeräten oft CW-Betrieb.
Faserlaser (MOPA oder Q-Switched) 20 kHz – 1 MHz Sehr flexibel; Frequenz steuert Tiefe, Farbe und Textur der Gravur.
Diodenlaser bis ca. 100 kHz (PWM) Modulation über TTL oder PWM möglich, meist für Graustufen oder Fotos.

Was passiert bei niedriger Frequenz?

Beispiel: Bei 20 kHz mit 50 W Laser = 50 Joule pro Sekunde → 0,0025 J (2,5 mJ) pro Puls. Jeder Puls kann winzige Mengen Material verdampfen.[6]

Was passiert bei hoher Frequenz?

Bei 200 kHz und 50 W: Nur 0,00025 J pro Puls – zu wenig für Tiefe, aber perfekt für sanfte Oberflächeneffekte.[6]

Frequenz, Pulsdauer und Leistung – das Zusammenspiel

Diese drei Parameter wirken zusammen und bestimmen, wie stark das Material reagiert:

Parameter Einfluss Ergebnis
Niedrige Frequenz
(z. B. 20 kHz)
Hohe Pulsenergie Tiefer, rauer Abtrag
Hohe Frequenz
(z. B. 300 kHz)
Geringe Pulsenergie Feine, glatte Oberfläche
Kürzere Pulsdauer
(z. B. 50 ns)
Weniger Wärmeeinfluss Saubere Gravuren, keine Schmelzränder
Längere Pulsdauer
(z. B. 200 ns)
Mehr Wärme Tieferer Abtrag, aber mehr Schmelze

Das Ziel ist, den Sweet Spot zwischen Frequenz, Leistung und Pulsdauer zu finden – abhängig von Material und gewünschtem Effekt.[3]

Modulation bei Faserlasern (MOPA)

MOPA-Faserlaser können Pulsdauer und Frequenz getrennt steuern. Das erlaubt feine Kontrolle über:

Beispiel: 100 kHz / 50 ns → feine Details; 30 kHz / 200 ns → tiefe Struktur.

Modulation bei CO₂- und Diodenlasern

Diese Modulationsarten beeinflussen direkt, wie viel Energie das Material absorbiert und wie stark es sich verändert.[4]

Typische Frequenzwahl nach Anwendung

Anwendung Laser Frequenzbereich Ergebnis
Tiefengravur Metall Faser 20–50 kHz Starker Abtrag, matte Oberfläche
Farbmarkierung Edelstahl Faser (MOPA) 150–300 kHz Glatte Oberfläche, gleichmäßige Farben
Kunststoffbeschriftung Faser oder Dioden 50–150 kHz Saubere, helle Markierungen
Holz-/Ledergravur CO₂ 2–10 kHz (PWM) Saubere Kanten, wenig Brand
Fotogravur Diode 50–100 kHz (PWM) Feine Graustufen, detailreich

Wann zu viel Frequenz schadet

Daher ist es wichtig, jede Materialart individuell abzustimmen – Metall, Kunststoff und Holz reagieren unterschiedlich empfindlich.[3]

Sicherheitsaspekte bei gepulsten Lasern

Kurz zusammengefasst

Modulation bedeutet, dass der Laser gepulst oder in seiner Leistung geregelt wird. Die Frequenz legt fest, wie oft das passiert. Niedrige Frequenzen → tiefer Abtrag, hohe Frequenzen → feine, glatte Ergebnisse. Bei MOPA-Faserlasern kann man zusätzlich die Pulsdauer anpassen, um Farbe, Tiefe oder Struktur gezielt zu steuern. Die Kunst liegt im Gleichgewicht zwischen Frequenz, Energie und Material.

Quellen

  1. Wikipedia – Laser: Grundlagen und Betriebsarten
  2. Edmund Optics – Pulsed vs. CW Lasers
  3. TRUMPF – Laserbeschriften: Frequenz und Pulssteuerung
  4. OMTech – Laser Modulation erklärt
  5. RP Photonics – Q-Switching und Modulationstechniken
  6. Trotec – Laserparameter: Frequenz, Leistung, Geschwindigkeit