Arbeitsschutz

DIN EN 207 (Laserschutzbrillen – Einsatzschutz)

DIN EN 207 legt fest, wie Laserschutzbrillen Laserstrahlung aushalten und kennzeichnen müssen – je Wellenlänge, Betriebsart und Schutzstufe (LB).

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was regelt DIN EN 207 – in einfach

DIN EN 207 ist die europäische Norm für Laserschutzbrillen im Einsatz (operative Nutzung). Sie fordert, dass eine Brille die tatsächliche Laserstrahlung nicht nur dämpft, sondern auch mechanisch/thermisch aushält – ohne zu schmelzen oder durchzulassen. Die Norm schreibt Prüfung, Kennzeichnung und Schutzstufen (LB) je Wellenlänge und Betriebsart vor.

Wichtig: EN 207 beschreibt Einsatzschutz. Die verwandte EN 208 ist für Ausrichtarbeiten (Alignment) mit reduzierter, kurzzeitiger Sichtbarkeit geeignet – nicht für volle Laserleistung.

Begriffe & Grundprinzip (laienverständlich)

Eine Laserschutzbrille ist nur dann „passend“, wenn alle drei zusammenpassen: Wellenlänge ✔, Betriebsart ✔, ausreichende LB-Stufe ✔.

So liest du die Kennzeichnung (Beispiel)

Auf jeder EN-207-Brille steht eine Zeile wie z. B.:

190–540 D LB6  |  800–1100 D LB5 + 1064 I LB6  |  9000–11000 D LB7

Das bedeutet:

Viele Brillen decken mehrere Bereiche ab (Multiline-Beschriftung). Du wählst immer die Zeile, die zu deinem Laser passt.

Unterschied EN 207 vs. EN 208 (wichtig!)

Für Produktion, Gravur, Schneiden etc. brauchst du i. d. R. EN 207.

Betriebsarten-Buchstaben (D, I, R, M) – einfach erklärt

Die Buchstaben sind wichtig, weil kurze Pulse die Spitzenleistung stark erhöhen und andere Grenzwerte erfordern.

Auswahl in 5 Schritten (Praxis-Checkliste)

  1. Wellenlänge klären: CO₂ = 10 600 nm, Faser = 1064 nm (Grundwelle), UV-DPSS = 355 nm, u. a.
  2. Betriebsart bestimmen: CW (D) vs. gepulst (I/R/M). Bei MOPA/Faser oft R (Reihenpuls).
  3. Leistung/Energie & Strahldurchmesser berücksichtigen
  4. Hersteller-Tabelle/Kalkulator nutzen, um die benötigte LB-Stufe zu finden (Konfiguration ergibt sich aus Leistung/Energie, Pulsdauer, Spotgröße).
  5. Komfort & Sicht prüfen: Sichtfeld, Transmission (VLT), Farbe, Kratzschutz, Passform mit Alltagsbrille/Helm.

Tipp: Bei mehreren Wellenlängen (z. B. 1064 nm + 532 nm beim ausgerichteten DPSS/SHG) eine Multiwellenlängen-Brille auswählen.

Beispiele (Richtwerte – immer Herstellerdaten nutzen!)

Diese Beispiele ersetzen keine Berechnung – sie zeigen nur die Logik der Auswahl.

Materialien & Bauarten

Wähle nach Schutzbedarf, Tragedauer und Arbeitsumgebung (Staub, Funken, Chemikalien).

Kennzeichnung & Rechtliches (CE, PSA, Doku)

Für den Betrieb am Arbeitsplatz gelten zusätzlich OStrV/TROS (optische Strahlung) und DGUV-Vorgaben – siehe Laserklasse und Emissionsschutz (Arbeitsschutz in Deutschland).

Pflege, Prüfung, Lebensdauer

Häufige Fehler (und wie man sie vermeidet)

Kurz zusammengefasst

DIN EN 207 legt fest, wie Laserschutzbrillen für den Einsatz geprüft, gekennzeichnet und ausgewählt werden: Wellenlänge + Betriebsart (D/I/R/M) + passende LB-Stufe. Lies die Kennzeichnung wie eine Formel und vergleiche sie mit deinem Laser. Für Justage gibt es EN 208 – für die Arbeit mit voller Leistung brauchst du EN 207. Qualität, korrekte Kennzeichnung und guter Zustand der Brille sind lebenswichtig.

Quellen

  1. BG ETEM – Lasersicherheit & Schutzbrillen (DE)
  2. UVEX – Grundlagen EN 207/EN 208 (DE)
  3. Thorlabs – Laser Safety Eyewear & EN-Standards
  4. Lasermet – Laser Eyewear & LB-Marking
  5. Fachartikel: EN 207/EN 208 Überblick (EN)