Arbeitsschutz

EN 60825 (Sicherheit von Lasereinrichtungen)

EN 60825 regelt die Sicherheit von Laserprodukten: Klassen (1 bis 4, inkl. 1M/2M/3R/1C), Kennzeichnung, Gehäuse, Benutzerinfos und Prüfverfahren.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist EN 60825 – in einfach

EN 60825 ist die europäische Fassung der internationalen Norm IEC 60825 zur Sicherheit von Laserprodukten. Wichtigster Teil ist EN 60825-1: Sie legt fest, wie Laser klassifiziert werden (Gefährdungsstufen), welche Warnhinweise/Etiketten nötig sind, welche Schutzmaßnahmen Geräte haben müssen (z. B. Gehäuse/Interlocks) und wie geprüft wird.

Die Norm gilt für Laser von 180 nm bis 1 mm Wellenlänge – also UV, sichtbares Licht, NIR/IR bis weit ins Infrarote. Sie beschreibt Produktanforderungen (Hersteller) und liefert eine Grundlage für betrieblichen Schutz (Betreiber).

Welche Teile sind relevant?

Für Verbraucherprodukte gibt es zusätzlich die EN 50689 (ergänzende Anforderungen/Begrenzungen für Consumer-Laser, z. B. Laserpointer). Die Änderung A11:2021 der EN 60825-1 präzisiert u. a. Prüf-/Klassifizierungsdetails und Labeling und ist seit 2023 in der EU harmonisiert.

Die Laserklassen (Überblick für Laien)

Klasse Einfach erklärt Typische Beispiele
1 Bei normaler Nutzung sicher – auch bei Langzeitbetrachtung. Oft durch Gehäuse oder sehr geringe Leistung. Voll eingehauste Systeme (Klasse-1-Produkt), CD/DVD-Player, viele Industrielaser in geschlossenen Kabinen.
1C Spezieller Anwendungsfall mit kontrolliertem Hautkontakt (C = contact), z. B. Kosmetik/Medizin; zusätzliche Bedingungen. Spezielle medizinische/dermale Geräte (selten im Hobby/Industriealltag).
1M Wie Klasse 1, aber nur ohne Optik sicher. Durch Fernglas/Lupe kann es gefährlicher werden. Weitwinkel-/Faser-Austritte, Ausrichtlaser mit großem Strahldurchmesser.
2 Sichtbares Licht. Kurzer Blick (Lidschlussreflex < 0,25 s) ist ok – absichtliches Hineinschauen verboten. Laser-Nivelliergeräte, Ausrichtlaser im sichtbaren Bereich.
2M Wie Klasse 2, aber mit Optik (Fernglas, Lupe) gefährlich. Weitwinkel-Zeigelaser, große Divergenz.
3R Etwas riskanter als 2; direkte Augenexposition gefährlich. Anforderungen an sichere Nutzung steigen. Stärkere Zeige-/Ausrichtlaser, einige Vermessungslaser.
3B Direkter Blick in den Strahl gefährlich, diffuse Reflexionen meist ungefährlich (abhängig von Leistung/Abstand). Viele offene Labor- oder Bearbeitungslaser niedriger bis mittlerer Leistung.
4 Höchste Klasse: gefährlich auch bei diffusen Reflexionen; kann Haut verbrennen und Brände verursachen. Schneid-/Schweißlaser, Hochleistungssysteme.

Die Klasse ergibt sich aus den Accessible Emission Limits (AEL), also Grenzwerten, wie viel Strahlung zugänglich sein darf. Die Norm beschreibt genau, wie gemessen wird (Zeitfenster, Wellenlänge, Puls/DAUER, Öffnungsdurchmesser).

Herstellerpflichten (Produktseite)

Betreiberpflichten (Werkstatt/Unternehmen)

Wichtige Änderungen: EN 60825-1:2014 + A11:2021 (Kurzüberblick)

Praxis: Was bedeutet das für dich?

Häufige Missverständnisse

Checkliste: Schnelltest für ein sicheres Laserprodukt

Kurz zusammengefasst

EN 60825 ist die Grundnorm für Laserprodukte. Sie definiert die Laserklassen, die Pflichten für Hersteller (Klassifizierung, Gehäuse, Labels, Anleitung) und liefert die Basis, damit Betreiber mit zusätzlichen Regeln (z. B. OStrV/TROS, DGUV) sicher arbeiten können. Für Verbrauchergeräte gelten ergänzend EN 50689. Wer Produkte kauft, baut oder betreibt, sollte die Klasse verstehen, Warnhinweise beachten und die Anlage so nutzen, dass außen Klasse 1 erreicht wird.

Quellen

  1. BSI – EN 60825-1:2014+A11:2021 Übersicht
  2. UL – Überblick zu EN 60825-1 A11:2021 & EN 50689
  3. Lasermet – Klassenübersicht (1, 1M, 2, 2M, 3R, 3B, 4)
  4. InCompliance – Laser-Labeling gemäß IEC/EN 60825-1
  5. Z-LASER – Laserklassen nach DIN EN 60825-1