Grundlagen

Beam Expander / Kollimator

Beam Expander vergrößern den Strahldurchmesser, Kollimatoren machen Licht „parallel“. Beides optimiert Spotgröße, Divergenz und Prozessqualität.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was sind Beam Expander und Kollimator?

Kollimator und Beam Expander sind Optiken, die die Form eines Laserstrahls einstellen:

Wichtig: Beide verändern die Geometrie des Strahls, aber nicht die grundsätzliche Strahlqualität () der Quelle. Ein Expander „macht” aus schlechtem M² nicht plötzlich einen perfekten Strahl – er nutzt das vorhandene Potenzial besser aus.[3]

Warum braucht man das? (Einfach erklärt)

Kollimator vs. Beam Expander – der Unterschied

Viele Systeme nutzen beides: Kollimator → Expander → Scankopf/F-Theta → Werkstück.

Funktionsprinzip (ohne Formeln)

Man kann sich den Strahl wie ein Bündel Pfeile vorstellen. Der Kollimator richtet die Pfeile so aus, dass sie parallel fliegen. Der Expander macht das Bündel dicker. Wenn später die Fokussierlinse am Ende das dickere, parallele Bündel bündelt, wird der Brennfleck kleiner und die „Schärfentiefe“ größer – ideal für präzise Bearbeitung.[1]

Typen von Beam Expandern

Kollimation bei Diodenlasern (FAC/SAC)

Dioden haben zwei stark unterschiedliche Austrittswinkel (schnelle und langsame Achse). Ohne Korrektur ergibt das einen Strich statt Punkt. Übliche Lösung:

Erst danach lohnt ein Beam Expander – sonst vergrößert man nur einen schiefen/elliptischen Strahl.

Kollimation bei Faserlasern

Am Faserende tritt Licht mit einem bestimmten numerischen Aperturwinkel aus. Eine Kollimatorlinse macht daraus einen annähernd parallelen Strahl. Dessen Durchmesser richtet sich u. a. nach der Linse (Brennweite) und der Faser-NA. Danach kann ein Beam Expander folgen, um den Strahl optimal auf das F-Theta-Objektiv anzupassen (Spotgröße, Feldhomogenität).[4]

CO₂-Laser: Besonderheiten

CO₂-Laser arbeiten bei 10,6 µm. Optiken bestehen meist aus ZnSe. Auch hier helfen Galilei-Expander, den Strahl für lange Arbeitswege oder kleinere Spots vorzubereiten. Bei Portalmaschinen (Spiegel-Führung) kann ein Expander die Spot-Stabilität über den Verfahrweg verbessern – sofern alle Spiegel/Linsen passend dimensioniert sind.[5]

Wie wähle ich den richtigen Expander?

  1. Ziel definieren: Kleinster Spot? Längere Schärfentiefe? Größeres Markierfeld?
  2. Vergrößerung wählen: 2×–5× sind verbreitet. Mehr Vergrößerung = größerer Strahldurchmesser → Objektive dürfen nicht vignettieren.
  3. Optikdurchmesser checken: Der vergrößerte Strahl darf nirgendwo anstoßen (Scanspiegel, F-Theta, Düsen).
  4. Leistungsfestigkeit & AR-Beschichtungen: Optiken müssen Wellenlänge/Leistung vertragen (Schadensschwelle!).[5]
  5. Mechanik/Justage: Stabiler Halter, feine Verstellmöglichkeiten. Kleine Verkippungen verschlechtern den Fokus deutlich.

Anwendungsschritte (Praxis)

  1. Quelle kollimieren: Dioden → FAC/SAC; Faser → Faserkollimator; CO₂ → vorhandene Strahlführung prüfen.
  2. Expander einbauen: Möglichst nah nach dem Kollimator, achsparallel, ohne Verkippung.
  3. Strahl zentrieren: Durch alle Optiken (Scanspiegel/Objektiv/Düse) mittig führen.
  4. Fokus neu bestimmen: Nach Änderungen immer den Fokus (Z-Abstand) neu einmessen (Rampentest, Z-Matrix, Doppel-Rotpunkt).
  5. Parameter feinjustieren: Hatch, Geschwindigkeit, Leistung, Air-Assist/Gas anpassen; kleinerer Spot erlaubt oft feinere Einstellungen.

Häufige Fehler & Lösungen

Sicherheit

Häufige Irrtümer

Kurz zusammengefasst

Kollimator richtet den Strahl aus, Beam Expander macht ihn dicker – gemeinsam sorgen sie für kleinere Spots, weniger Divergenz und konstantere Ergebnisse. Bei Faserlasern und Diodenlasern sind sie Standard, bei CO₂ ebenfalls hilfreich. Richtig dimensionieren, sauber justieren und stets Sicherheit beachten.

Quellen

  1. Edmund Optics – Grundlagen zu Beam Expandern
  2. Thorlabs – Beam Expander (Galilei/Kepler, fest & Zoom)
  3. RP Photonics – Beam Expansion & Collimation
  4. Thorlabs – Faser-Kollimatoren & Strahlformung (FAC/SAC)
  5. Edmund Optics – Beschichtungen & Schadensschwellen
  6. BG ETEM – Lasersicherheit (Gefährdung durch gerichtete/gebündelte Strahlung)