Grundlagen

Strahlqualität (M²-Wert)

Der M²-Wert beschreibt, wie „ideal“ ein Laserstrahl ist. Je kleiner M², desto kleinerer Fokus, geringere Divergenz und meist bessere Schneid-/Gravierergebnisse.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was bedeutet der M²-Wert?

Der M²-Wert (gesprochen „M-Quadrat“) ist ein Maß für die Strahlqualität eines Lasers. Er sagt aus, wie nah ein realer Laserstrahl am idealen (beugungsbegrenzten) Gauß-Strahl liegt. M² = 1 wäre perfekt; reale Laser haben M² > 1. Je kleiner der M²-Wert, desto enger fokussierbar ist der Strahl und desto geringer ist seine Aufweitung (Divergenz).[1][2]

Warum ist das wichtig? (Einfach erklärt)

Merksatz: Kleines M² bedeutet präziser, schneller, stabiler – sofern die übrigen Parameter (Leistung, Wellenlänge, Optik) passen.

Zwei Begriffe, die oft mit M² genannt werden

Faustregeln statt Formeln

Beispiel mit Zahlen (leicht nachvollziehbar)

Angenommen, ein Faserlaser (λ ≈ 1064 nm) wird mit derselben Linse betrieben:

Praktisch heißt das: Mit M² = 1,1 sind feine Gravuren möglich; mit M² = 3,0 ist der Fokus größer, dafür kann es z. B. beim Schweißen hilfreich sein, wenn man eine etwas größere „Energieverteilung“ wünscht.[3]

Typische M²-Werte verschiedener Laser

Laser Typische M² Kommentar
Singlemode-Faserlaser (Yb) ≈ 1,05–1,3 Sehr feiner Fokus, ideal zum Markieren/Feinschneiden.
Multimode-Faserlaser ≈ 2–5 (oder mehr) Größerer Spot, oft bei höheren Leistungen/Schweißen.
RF-angeregte CO2-Laser ≈ 1,2–1,5 Gute Strahlqualität für Acryl/Organik.
Glasröhren-CO₂ (z. B. K40) ≈ 2–4 Einfacher Aufbau, Strahlqualität variiert.
Diodenlaser (Einzelemitter) stark achsenabhängig Fast/Slow-Axis sehr unterschiedlich; oft asymmetrischer Spot.

Hinweis: Dioden haben zwei M²-Werte (schnelle/langsame Achse). Deshalb sind Kollimatoren/Beam-Shaper wichtig.[5]

Wie wird M² gemessen?

Die Messung erfolgt nach ISO 11146. Man misst den Strahldurchmesser an vielen Positionen entlang der Ausbreitungsrichtung („Strahlkegel“/Caustic) und berechnet daraus M², Divergenz und Fokuslage. Praktisch nutzt man dafür z. B. Kameraprofiler und Scan-Verfahren. Für Anwender reicht meist: und/oder BPP aus dem Datenblatt vergleichen.[2]

Einfluss auf die Praxis (Schneiden, Gravieren, Schweißen)

Wie beeinflusse ich die Strahlqualität?

Häufige Irrtümer

Sicherheit

Bessere Strahlqualität bedeutet oft geringere Divergenz und damit auch über größere Entfernungen noch hohe Intensität. Das erhöht das Risiko für Augen – besonders bei unsichtbarem IR (z. B. 1064 nm). Deshalb: passende Laserschutzbrille, geschlossene Einhausung und Beachtung der Laserklasse.[6]

Kurz zusammengefasst

Der M²-Wert ist der Qualitäts-Index eines Laserstrahls. Kleines M² heißt kleinerer Fokus, weniger Aufweitung und höhere Leistungsdichte – ideal für feine Gravuren und saubere Schnitte. Für industrielle Anwendungen bestimmt M² zusammen mit Wellenlänge, Leistung und Optik, wie gut ein Laserprozess funktioniert.

Quellen

  1. Edmund Optics – Laserstrahlparameter (M², BPP, Divergenz)
  2. Thorlabs – Beam Quality, M² und ISO 11146
  3. TRUMPF – Lasergrundlagen & Strahlparameter in der Praxis
  4. RP Photonics – Beam Quality & Beam Parameter Product
  5. RP Photonics – Laser-Dioden (Asymmetrie Fast/Slow-Axis)
  6. BG ETEM – Lasersicherheit (Gefährdung & Schutz)