Grundlagen

Pulsdauer

Die Pulsdauer ist die Länge eines Laserimpulses. Sie bestimmt mit Frequenz und Energie, wie stark, sauber und schnell ein Faserlaser Material bearbeitet.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was bedeutet „Pulsdauer“?

Pulsdauer (engl. pulse duration, häufig in ns, ps oder fs) ist die Zeitlänge eines einzelnen Laserimpulses. Ein Faserlaser kann statt eines dauernden Strahls viele kurze Lichtblitze senden. Wie lang jeder Blitz dauert, ist die Pulsdauer. Kurz heißt: Energie kommt sehr schnell auf eine kleine Stelle → hohe Spitzenleistung; lang heißt: Energie wird über längere Zeit verteilt → mehr Wärmeeinfluss im Material.[1]

Warum ist die Pulsdauer beim Faserlaser so wichtig?

Beim Faserlaser bestimmt die Pulsdauer wie die Energie ins Material gelangt:

Die optimale Pulsdauer hängt von Material, Prozess (Markieren vs. Tiefengravur) und Ziel (Kontrast, Tiefe, Kantenqualität) ab.[2]

Grundbegriffe: Pulsenergie, Spitzenleistung, Frequenz (ohne Formelkram)

Für das Verständnis reichen drei Beziehungen:

  1. Pulsenergie Ep ≈ Pavg / f. (Bei bekannter mittlerer Leistung Pavg und Pulsfrequenz f verteilt sich die Energie auf die Pulse.)
  2. Spitzenleistung Ppeak ≈ Ep / τ. (Je kürzer die Pulsdauer τ, desto höher die Spitzenleistung bei gleicher Pulsenergie.)
  3. Duty Cycle ≈ τ × f. (Anteil der Zeit, in der der Laser „an“ ist.)

Merksatz: Kürzerer Puls → höhere Spitzenleistung → oft sauberere Abtragung bei gleicher mittlerer Leistung. Diese Zusammenhänge sind Standard in Laser-Tutorials (Thorlabs, RP Photonics).[4][5]

Wärme & Material: was die Pulsdauer bewirkt

Während des Pulses wird das Material erhitzt. Längere Pulse geben dem Material mehr Zeit, Wärme seitlich zu leiten (thermische Diffusion) → größere Wärmeeinflusszone (HAZ), potenziell Schmelzgrate oder Verfärbungen. Kürzere Pulse deponieren Energie schneller als die Wärme sich ausbreiten kann → präziser Abtrag, oft höherer Wirkungsgrad. Studien und Übersichten zeigen: Kürzere Pulsdauern steigern meist die Abtragseffizienz und reduzieren die HAZ.[6][11][12]

Typische Bereiche der Pulsdauer

Für viele Metallgravuren liefern ns-MOPA-Faserlaser bereits sehr gute Ergebnisse und bieten ein breites Stellfeld (Pulsdauer, Frequenz).

MOPA-Faserlaser: Pulsdauer aktiv einstellen

Beim MOPA-Faserlaser erzeugt der Master-Oszillator das Pulssignal, die Verstärkerstufe macht es stark. Vorteil: Pulsdauer (z. B. 2–500 ns), Pulsfrequenz (z. B. 20 kHz–1 MHz) und Ausgangsleistung sind gezielt einstellbar. Damit lässt sich die Spitzenleistung formen und die Wärmeeinbringung genau dosieren – z. B. für farbige Anlässe (Edelstahl/Titan) oder Tiefengravuren ohne übermäßige HAZ.[2]

Praxis: Wie setze ich die Pulsdauer sinnvoll ein?

Daumenregeln für Galvo-Markierung:

Parameter immer systematisch testen (Matrix aus Pulsdauer, Frequenz, Leistung, Geschwindigkeit, Hatch).[4]

Häufige Irrtümer

Mini-Formelkarte (optional)

Diese Näherungen helfen beim Abschätzen, wie sich Pulsdauer auf Spitzenleistung und Wärmeeinbringung auswirkt.[5]

Weiterführende Hinweise

Für tieferes Verständnis (Modellierung, Messmethoden, reale Datenblätter) lohnt ein Blick in Fach-Tutorials und Herstellerseiten. Dort finden sich Beispiele für erlaubte Pulsdauern, Frequenzen und typische Anwendungen – von Markieren bis Reinigen.[1][7]

Quellen

  1. RP Photonics – Pulse Duration (Grundlagen & Begriffe)
  2. IPG Photonics – Fiber Lasers 101 (Pulsbetrieb: Energie, Peak, Dauer)
  3. SPIE – Ablationswirkungsgrad vs. Pulsdauer
  4. Thorlabs – Puls-Laser: Leistung/Energie/Spitzenleistung (Rechenhilfen, PDF)
  5. RP Photonics – Pulse Characterization (Messung & Beziehungen)
  6. Spectroscopy – fs vs. ns Pulsdauer in der Ablation (Übersicht)
  7. IPG – Infrared Nanosecond Fiber Lasers (0,15–2000 ns; 2–10 000 kHz)
  8. IPG – Green/Visible Nanosecond Fiber Lasers (bis 1 ns, bis 1 kW)
  9. Coherent – Laser Marking (Kurzpulse & hohe Peakleistungen)
  10. IPG – Nanosecond Fiber Lasers (Anwendungen & Eigenschaften)
  11. Advanced Engineering Materials 2023 – Effizienz & Pulsdauer bei Stahl
  12. MDPI 2024 – Metallbearbeitung mit fs-Lasern (Nonlinearität & HAZ)