Faserlaser

Black Marking (Schwarzmarkierung mit dem Laser)

Black Marking ist eine Lasermarkierung, bei der durch ultrakurze Pulse eine tiefschwarze, dauerhafte Struktur auf Metall entsteht – ohne Materialabtrag.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist Black Marking?

Black Marking (deutsch: Schwarzmarkierung) ist ein spezielles Verfahren der Lasermarkierung, bei dem auf der Metalloberfläche eine tiefschwarze, matte und dauerhaft haftende Struktur erzeugt wird – ohne Materialabtrag. Die Farbe entsteht nicht durch Ruß oder Farbe, sondern durch eine mikroskopische Oberflächenstruktur, die das einfallende Licht fast vollständig absorbiert.

Das Ergebnis ist eine schwarze Beschriftung, die je nach Lichteinfall völlig reflexionsfrei erscheint und sich weder abnutzt noch korrodiert – perfekt für Edelstahl, Titan und medizinische Anwendungen.

Wie funktioniert Black Marking technisch?

Black Marking basiert auf der gezielten Oberflächenmodifikation durch ultrakurze Laserimpulse (im Piko- oder Femtosekundenbereich). Diese extrem kurzen Pulse bewirken, dass sich die Oberfläche nur minimal erwärmt, aber Nanostrukturen entstehen. Diese Strukturen wirken wie winzige Lichtfallen: Sie brechen, streuen und absorbieren das einfallende Licht vollständig.

Das Ergebnis ist eine optisch schwarze Fläche mit einer Nanotextur, die das Licht nicht reflektiert.

Wird statt eines Femtosekundenlasers ein MOPA-Faserlaser (ns-Bereich) verwendet, entsteht die Schwarzfärbung durch kontrollierte Oxidation und Phasenänderungen an der Oberfläche. Die Struktur ist dann nicht ganz so „tiefschwarz“, aber für viele Anwendungen ausreichend.

Wodurch unterscheidet sich Black Marking von Anlassfarben?

Merkmal Anlassfarbe Black Marking
Mechanismus Dünne Oxidschicht (Interferenz) Nanostruktur / Mikroskopische Rauigkeit
Laserart ns-Faserlaser / MOPA Piko- oder Femtosekundenlaser (alternativ MOPA mit Feineinstellung)
Oberfläche Glatt, farbig (blau, gold, violett) Matt, schwarz, reflexionsfrei
Haltbarkeit Beständig, aber polierempfindlich Extrem beständig, wisch- und korrosionsfest
Temperatur ca. 200–350 °C lokal sehr kurz erhitzt, aber keine Schmelze

Kurz gesagt: Black Marking ist die technisch verfeinerte, „perfekte“ Variante der Anlassbeschriftung – tiefschwarz statt bunt.

Welche Laser werden verwendet?

CO2-Laser und UV-Laser sind für Black Marking ungeeignet, da sie Material abtragen oder andere Oberflächeneffekte erzeugen.

Wie entsteht das tiefschwarze Erscheinungsbild?

Das Schwarz entsteht nicht durch Farbe, sondern durch Lichtabsorption. Die Oberfläche wird vom Laser so verändert, dass:

Physikalisch entsteht eine „optische Falle“ für Licht. Selbst bei schrägem Blickwinkel bleibt die Markierung schwarz – anders als bedruckte oder eloxierte Flächen.

Vorteile von Black Marking

Nachteile und Herausforderungen

Typische Anwendungsgebiete

Laserparameter (Richtwerte – stark materialabhängig)

Parameter Typischer Bereich
Pulsdauer 200 fs – 10 ps (Femtosekunden / Pikosekundenlaser)
Frequenz 100 – 1000 kHz
Leistung 0,5 – 5 W
Geschwindigkeit 50 – 400 mm/s
Fokuslage leicht defokussiert (±0,1 mm) für gleichmäßige Struktur
Abtrag keiner – Oberfläche bleibt geschlossen

Bei MOPA-Faserlasern liegt die Pulsdauer typischerweise zwischen 80–200 ns – hier ist der Effekt zwar weniger intensiv, aber dennoch schwarz sichtbar.

Black Marking vs. Gravur vs. Anlassfarbe

Sicherheit und Arbeitsschutz

Auch bei Black Marking entstehen je nach Laserleistung feine Dämpfe oder Metalloxide. Daher gelten dieselben Schutzmaßnahmen wie bei Gravuren:

Kurz zusammengefasst

Black Marking ist die Königsklasse der Lasermarkierung: eine tiefschwarze, reflexionsfreie Struktur, die durch Nanoveränderungen oder kontrollierte Oxidation entsteht – ohne Materialabtrag. Sie ist dauerhaft, hygienisch und ideal für anspruchsvolle Anwendungen in Industrie, Medizin und Design. Am besten funktioniert sie mit Femtosekunden- oder MOPA-Faserlasern auf Edelstahl oder Titan.

Quellen

  1. Wikipedia – Lasermarkierung
  2. Trotec Laser – Black Marking
  3. Photonics – Femtosecond Laser Black Marking on Steel
  4. LaserSystems GmbH – Black Marking Technologien
  5. DGUV – Sicherheit bei Laserarbeiten