Anwendungen

UV-Laser (355 nm & tiefer)

UV-Laser arbeiten mit ultraviolettem Licht (z. B. 355 nm). Sie gravieren sehr fein und „kalt“ – ideal für Kunststoffe, Glas, Elektronik und Mikrobearbeitung.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist ein UV-Laser – einfach erklärt

Ein UV-Laser sendet ultraviolettes Licht, meist bei etwa 355 nm (nahes UV). Es gibt auch tieferes UV wie 266 nm oder 213 nm. Im Vergleich zu Faserlasern (1064 nm) oder CO2-Lasern (10,6 µm) hat UV viel kürzere Wellenlängen. Dadurch werden feinere Laserpunkte möglich und viele Materialien – vor allem Kunststoffe, Glas und Keramikabsorbieren das Licht deutlich besser.[1]

Wichtig: UV-Laser „arbeiten“ oft kälter – die Energie bricht chemische Bindungen (photochemisch), statt alles stark zu erhitzen. Deshalb spricht man bei UV-Bearbeitung häufig von kalter Ablation mit kleiner Wärmeeinflusszone (HAZ).[2]

Wie entsteht UV-Laserlicht?

Am verbreitetsten sind DPSS-UV-Laser (diode-gepumpte Festkörperlaser): Aus einem IR-Festkörperlaser (z. B. Nd:YAG 1064 nm) wird mittels nichtlinearer Kristalle die Wellenlänge umgewandelt (Frequenzvervielfachung):

Alternativ gibt es violette/UV-Diodenlaser (~375–405 nm), die aber nicht die typischen 355-nm-UV-DPSS ersetzen. Für feinste Mikrobearbeitung existieren auch Pikosekunden- und Femtosekunden-UV-Laser mit besonders „kalter“ Wechselwirkung.[1][2]

Warum sind UV-Laser so präzise?

UV-Laser vs. CO₂-, Faser- und Diodenlaser

Eigenschaft UV-Laser (355 nm) Faser (1064 nm) CO₂ (10,6 µm) Dioden (450–455 nm)
Spotgröße / Detail Sehr klein → Top-Detail Klein Größer Mittel
Wärmeeinfluss Sehr gering (kalt) Mittel Hoch Mittel
Materialabsorption Glas, Kunststoffe, Keramik Metalle (sehr gut), Kunststoffe teils schwierig Organik (Holz, Acryl, Leder), Glas schwieriger Organik/Anstriche, weniger präzise
Typische Anwendung Mikromarkieren, Elektronik, Medizintechnik, Glas Metallgravur, Anlassfarben, Tiefengravur Schneiden/Gravur organischer Stoffe, Acryl Einsteigergravuren, einfache Markierung
Durchsatz Eher langsam (geringe Leistung) Schnell bis sehr schnell Schnell (viel Leistung verfügbar) Langsam bis mittel
Kosten Hoch Mittel bis hoch Mittel Niedrig

Typische Anwendungen (mit Beispielen)

Vorteile von UV-Lasern

Nachteile / Grenzen

Materialverhalten (Laienfreundlich)

Galvo-Systeme & Optik bei UV

UV-Laser werden fast immer mit einem Galvoscanner / Galvo-Kopf und einer passenden F-Theta-Linse betrieben. Wichtig:

Parameter-Gefühl (Startwerte)

Die optimale Einstellung hängt stark von Quelle, Linse und Material ab. Für erste Tests (355 nm Galvo):

Hinweis: UV-Laser reagieren empfindlich auf Fokus und Sauberkeit der Optik. Regelmäßig prüfen!

Betrieb, Wartung & Lebensdauer

Sicherheit (sehr wichtig!)

Wann ist ein UV-Laser die richtige Wahl?

Nicht ideal, wenn du Metalle tief gravieren oder große Flächen schnell abtragen willst – dafür ist ein Faserlaser meist die bessere Wahl.

Kurz zusammengefasst

UV-Laser (typisch 355 nm) liefern feinste Markierungen mit minimaler Wärme – perfekt für Kunststoffe, Glas, Keramik und Elektronik. Sie sind teurer und langsamer als viele IR-Systeme, überzeugen aber mit Präzision, Kontrast und Materialvielfalt. Mit sauberer Optik, passender Kühlung, guter Absaugung/Filter und korrekter Laserschutzbrille sind sie ein Schlüsselwerkzeug für Mikromarkierungen.

Quellen

  1. Wikipedia – Ultraviolettlaser (DE)
  2. Edmund Optics – Ultraviolet (UV) Lasers
  3. Thorlabs – UV-Optiken & Materialien
  4. TRUMPF – Laserbeschriften (inkl. UV-Anwendungen)
  5. RP Photonics – Ultraviolet Lasers