Arbeitsschutz

DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)

Die DGUV ist der Dachverband der Berufsgenossenschaften. Sie legt Sicherheitsregeln und Pflichten für Unternehmen, Laserbetrieb und Arbeitsschutz fest.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist die DGUV?

Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) ist der Dachverband der Berufsgenossenschaften (BG) und Unfallkassen in Deutschland. Sie kümmert sich um Arbeits- und Gesundheitsschutz, Unfallverhütung und die Wiedereingliederung von verunfallten Beschäftigten. Für den Betrieb von Lasern spielt sie eine zentrale Rolle, da sie konkrete Regeln vorgibt, wie mit optischer Strahlung sicher umzugehen ist.

Welche Aufgaben hat die DGUV?

Relevante DGUV-Regelwerke für Laser

Für den Betrieb von Lasern sind besonders folgende Regelwerke wichtig:

Diese Regelwerke ergänzen die OStrV (Optische Strahlungsverordnung) und die EN 60825-Normen – sie machen die EU-Vorgaben praxisnah verständlich und anwendbar.

DGUV Vorschrift 11 – Laserstrahlung (früher BGV B2)

Diese Vorschrift ist die wichtigste Grundlage für Lasersicherheit in Deutschland. Sie legt fest:

Damit wird sichergestellt, dass kein Mitarbeiter gefährlicher Strahlung ausgesetzt ist und die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.

DGUV Regel 103-013 – Arbeiten mit Lasereinrichtungen

Diese Regel konkretisiert die Anforderungen aus Vorschrift 11 und beschreibt genau, wie sicher mit Laserstrahlung gearbeitet werden kann. Sie enthält:

Laserschutzbeauftragter – Pflicht ab Klasse 3R

Nach DGUV Vorschrift 11 und EN 60825 ist ab Laserklasse 3R, 3B und 4 ein Laserschutzbeauftragter (LSB) erforderlich. Diese Person überwacht den sicheren Betrieb, erstellt Gefährdungsbeurteilungen und sorgt für regelmäßige Unterweisungen. Der LSB muss eine anerkannte Fachschulung absolvieren, z. B. bei der DGUV oder der BG ETEM.

DGUV, OStrV und EN 60825 – wie hängt das zusammen?

Die rechtliche Struktur im Arbeitsschutz sieht so aus:

Die DGUV-Regeln erklären also, wie man die Pflichten aus Gesetzen und Normen tatsächlich umsetzt – z. B. welche Art von Absaugung, welche Schutzbrille oder welche Prüfungen erforderlich sind.

Warum DGUV für Unternehmen so wichtig ist

Beispiel: DGUV im Laserbetrieb

Ein kleiner Betrieb betreibt einen offenen Faserlaser (Klasse 4). Nach DGUV Vorschrift 11 gilt:

Nur so ist ein sicherer, gesetzeskonformer Betrieb gewährleistet – und der Versicherungsschutz bleibt bestehen.

Was passiert bei Verstößen?

DGUV und CE – zwei Seiten derselben Medaille

Die CE-Kennzeichnung (siehe ce-kennzeichnung-laser) regelt das Inverkehrbringen eines Produkts, die DGUV das Betreiben im Unternehmen. Beide Systeme ergänzen sich:

Kurz zusammengefasst

Die DGUV sorgt dafür, dass Laseranlagen in Deutschland sicher betrieben werden. Sie schreibt vor, wer sie benutzen darf, welche Schutzmaßnahmen nötig sind und wie der Arbeitsplatz gestaltet sein muss. Zusammen mit EN 60825 und der OStrV bildet sie die Grundlage für einen sicheren und rechtskonformen Laserbetrieb. Wer DGUV Vorschrift 11 und Regel 103-013 befolgt, erfüllt automatisch die wichtigsten Anforderungen von Arbeitsschutzgesetz und Berufsgenossenschaft.

Quellen

  1. DGUV – Offizielle Website
  2. DGUV Vorschrift 11 – Laserstrahlung
  3. DGUV Regel 103-013 – Arbeiten mit Lasereinrichtungen
  4. DGUV Information 203-036 – Sicheres Arbeiten mit Lasern in der Industrie
  5. BG ETEM – Laserstrahlung und Arbeitsschutz