Lasertechnik

Zylinderlinsen (Cylindrische Linsen)

Zylinderlinsen bündeln oder streuen Laserlicht nur in einer Richtung. Sie formen Punkte zu Linien und sind wichtig für Scanner, Linienlaser und Strahlkorrekturen.

Zuletzt aktualisiert · 29. April 2026

Was ist eine Zylinderlinse?

Eine Zylinderlinse ist eine Linse, die den Laserstrahl nur in einer Richtung bündelt oder streut – im Gegensatz zu normalen (sphärischen) Linsen, die das Licht in zwei Richtungen fokussieren. Das bedeutet: Eine Zylinderlinse kann aus einem Punkt eine Linie machen oder eine Linie zu einem Punkt bündeln.

Sie wird deshalb auch zylindrische Linse genannt, weil ihre Oberfläche in einer Achse flach und in der anderen gekrümmt ist – ähnlich wie ein Zylinder oder Rohrstück.

Wie funktioniert eine Zylinderlinse?

Eine Zylinderlinse bricht das Licht nur in einer Ebene – z. B. in der X-Richtung, während sie in der Y-Richtung nichts verändert. Dadurch kann der Laserstrahl asymmetrisch geformt werden.

Beispiel:

In Kombination mit anderen Linsen (z. B. asphärischen oder F-Theta-Linsen) kann der Strahl präzise in Form gebracht werden – etwa zu elliptischen Spots oder gleichmäßigen Linien für 3D-Scanner oder Gravurköpfe.

Warum braucht man Zylinderlinsen in der Lasertechnik?

Arten von Zylinderlinsen

Typ Funktion Beispiel
Konvexe Zylinderlinse Bündelt das Licht in einer Achse (fokussiert) Aus Punkt wird Linie
Konkave Zylinderlinse Streut das Licht in einer Achse Strahl wird breiter
Doppelt zylindrische Systeme Kombination beider Typen für komplexe Formen Elliptischer Strahl wird rund

Typische Einsatzgebiete

Kombinationen mit anderen Linsen

Zylinderlinsen werden selten allein verwendet. Meist sind sie Teil eines komplexeren optischen Aufbaus:

Durch geschickte Kombination lassen sich Strahlformen erzeugen, die perfekt auf eine Anwendung abgestimmt sind – von präzisen Gravuren bis zu großflächiger Strukturbeleuchtung.

Materialien und Beschichtungen

Laserart Material AR-Beschichtung
Faserlaser (1064 nm) Fused Silica, BK7 AR@1064 nm
CO₂-Laser (10,6 µm) ZnSe AR@10,6 µm
UV-Laser (355 nm) UV-Quarz AR@355 nm
Diodenlaser (450–980 nm) Optisches Glas, Quarz Breitband-AR

Die Beschichtung muss immer zur Wellenlänge des Lasers passen – falsche AR-Schichten führen zu Leistungsverlust oder Überhitzung.

Praktisches Beispiel: Linienlaser

Ein 450 nm-Diodenlaser wird oft mit einer konvexen Zylinderlinse kombiniert, um eine helle, scharfe Linie zu erzeugen – z. B. für 3D-Vermessung oder Ausrichtungssysteme. Die Linse streckt den Strahl horizontal zu einem Lichtband. Der Winkel (meist 30–120°) bestimmt, wie lang die Linie auf der Oberfläche erscheint.

Fehlerquellen und Tipps

Wartung & Reinigung

Kurz zusammengefasst

Zylinderlinsen formen den Laserstrahl gezielt in eine Richtung. Sie verwandeln Punkte in Linien, korrigieren asymmetrische Strahlformen und sorgen für gleichmäßige Energieverteilung. Besonders bei Dioden- und Linienlasern sind sie unverzichtbar, um scharfe, gerade und homogene Linien oder Flächen zu erzeugen. Richtig kombiniert mit anderen Optiken liefern sie exakte, reproduzierbare Ergebnisse – egal ob beim Gravieren, Scannen oder Messen.

Quellen

  1. Thorlabs – Cylindrical Lenses Basics
  2. Edmund Optics – Cylindrical Lenses
  3. RP Photonics – Cylindrical Lenses Explained
  4. Laseroptik GmbH – Beschichtungen für Zylinderlinsen
  5. Trotec – Grundlagen der Laseroptik